(c) F.Neuhaus

Neues Zuhause für die Spiel-Empore aus der KiTa

Nachricht 02. August 2021

Die Spiel- und Ruheempore geht an die Landesaufnahmebehörde in Bramsche. Während des Umbaus der Albert-Schweitzer-Schule und des Matthäus-Horts musste eine hochwertige Spiel- und Ruheempore aus unserer Einrichtung für zwei Jahre in der Kirche gelagert werden. Da nach dem Umbau weder im Hort noch in der Schule ein passender Platz dafür gefunden werden konnte, freuen sich nun Kinder aus der Landesaufnahmebehörde für geflüchtete Menschen in Bramsche-Hesepe über die Empore. Die Sachgebietsleiterin für soziale Betreuung Corinna Dech zeigt sich begeistert über die großzügige Spende der Matthäusgemeinde. Denn dadurch entstehe für die Kinder in der Einrichtung ein neuer Ruhe- und Rückzugsraum, den sie in der beengten familiären Wohnsituation im Aufnahmelager oft nicht fänden. 

Zur Zeit leben in diesem Ankunftszentrum 679 Menschen, davon 159 Kinder zwischen 3 und 12 Jahren. Diese Kinder, die meistens mit ihrer Familie in nur einem einzigen Raum untergekommen sind, werden von der Hilfsorganisation „European Homecare“ betreut, vormittags die 3- bis 6-jährigen Kinder, nachmittags die älteren Kinder bis 12 Jahren. „Da bietet eine solche Spiel- und Ruheempore eine gute Möglichkeit, sich einmal mit einem Bilderbuch oder einem Spiel zurückzuziehen“, sagt Corinna Dech. „Wir als Matthäusgemeinde freuen uns, dass wir einen neuen Ort für die Empore gefunden haben und damit auch noch etwas Gutes tun können“, findet auch Pastor Groeneveld von der Matthäusgemeinde.

Die Landesaufnahmebehörde ist ein Ankunftszentrum. Asylbewerber, die dem Land Niedersachsen zugeordnet werden, kommen für maximal sechs Monate in eines der beiden Ankunftszentren in Bad Fallingbostel oder in Bramsche, bevor sie an kommunale Einrichtungen weitergeleitet werden.  Die Herkunftsländer der Geflüchteten sind in erster Linie Syrien, Irak, Afghanistan und Türkei, viele Familien haben bereits eine lange Zeit in Lagern hinter sich, etliche Kinder sind erst auf der Flucht oder in einem Lager in Griechenland geboren und bringen traumatische Erfahrungen mit. Umso wichtiger ist es, dass diese Kinder betreut werden und bei Spiel und Sport, beim Lesen bzw. Vorlesen diese Erfahrungen einmal hinter sich lassen können. Und auch die Eltern brauchen einmal Zeit für sich.

„Wir sind leider in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten“, klagt Dech. „2015 und 2016 waren so viele Menschen begeistert dabei, sich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren, aber auch jetzt brauchen wir Leute, die sich als Lesepaten oder beim Sport mit Geflüchteten einbringen wollen.“

Wer sich ehrenamtlich in der Arbeit mit Geflüchteten engagieren möchte, kann sich gern bei der Ehrenamtskoordinatorin Maria Stuckenberg in Bramsche unter der Telefonnummer (05461) 83-144 melden.

(Friedemann Neuhaus)