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Matthias bleibt in Matthäus - Offizielle Einführung

Nachricht 18. August 2021

„Schön, dass du da bleibst“

"Das 'Moin' bleibt der Matthäusgemeinde erhalten", titelte die NOZ zur Einführung von Pastor Matthias Groeneveld am 15. August durch Superintendent Dr. Joachim Jeska. Als Assistierende bei der Segenshandlung unterstützten ihn Frieda Rahenkamp und Friedemann Neuhaus. Der vorerst letzte warme Sommertag war zugleich der vorläufig letzte Arbeitstag von Matthias Groeneveld, der jetzt für zwei Monate in Elternzeit geht. Ein Marathon-Tag mit drei Taufen am Vormittag und der eigenen Einführung am Nachmittag. Laut offizieller „Bestallungsurkunde“ der Landeskirche ist Matthias Groeneveld nun zum Pastor unserer Gemeinde bestimmt. Dass die Vertretung in der Elternzeit durch „Thomas“ problemlos laufen wird, betonte Pastor Thamm von unserer Nachbargemeinde und hob in seinem Grußwort das starke Team und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden hervor. „Schön, dass du bleibst“, so Cord-Michael Thamm - ein Statement, das Matthias Groeneveld bestätigte: „Ich freue mich, in Matthäus zu sein und zu bleiben“. Dass nach weit über einem Jahr ein Teil des Matthäuschores mit Kai Lünnemann wieder zu hören war, hat viele besonders gefreut.

Seine Predigt drehte sich um Hoffnung – was sie ist, woher sie kommt: „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ (Römer 15, 13).

An drei Geschichten von unterschiedlichen Menschen an unterschiedlichen Orten entwickelte Matthias Groeneveld Zeichen von gelebter Hoffnung, die als Liebe erfahrbar wird: Studierende der Uni Bristol sammeln für eine Reinigungskraft Geld, sie möchten dem stets freundlichen und zugewandten Mann eine Reise zu seiner Familie nach Jamaika ermöglichen; ein belgischer Profi-Fußballer kümmert sich – abseits öffentlicher Wahrnehmung – um Obdachlose und Kinder, er versorgt sie mit Nahrung, Schulsachen oder Trikots; ein französischer Olivenbauer bewirtet Geflüchtete auf ihrem Weg in die EU, er beruft sich auf die „Brüderlichkeit“ in der Verfassung. „Was treibt diese unterschiedlichen Menschen an? Woher nehmen sie die Inspiration, ihre Kraft und Motivation?“ fragt Groeneveld und verweist auf den Bibelvers. "‚Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit Freude und Frieden‘. Glückselig klingt das in meinen Ohren. Wir, seine Menschen, sind wie ein Maßkrug, den Gott mit einer Maß Freude und Frieden füllen will. Und 'erfüllt sein', ist genau das richtige Maß. Ist: Ich hab‘ alles, was ich brauche, um anzupacken, was ich mir vornehme. Ist: Ich weiß, worauf und auf wen ich zählen kann, wenn’s drauf ankommt“. Die Hoffnung sei der Grundstock, Basis für das eigene Handeln. Diese Hoffnung schenke der Heilige Geist und sie sei ansteckend - wie die eben gehörten Geschichten, so Groeneveld.

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Uwe Görtemöller für die Stadt Osnabrück, dass ein funktionierendes Gemeinwesen Menschen brauche, „die das soziale Miteinander im Stadtteil prägen - Menschen wie Sie“. Görtemöller kennt Matthäus, er wurde hier konfirmiert und hatte als Grundschüler – aus Platznot – im Gemeindesaal die Schulbank gedrückt. Für die katholische Pfarreigemeinschaft Christus-König sprach die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Simone Kassenbrock, und freute sich über den eingeschlagenen ökumenischen Weg, der in der Corona-Zeit noch einmal besondere Intensität erfahren habe. An der Ökumene gehe kein Weg vorbei. Dafür stehe auch Matthias Groeneveld, sagte sie. Für die Matthäusgemeinde überreichte Friedemann Neuhaus als KV-Vorsitzender Matthias Groeneveld ein „Osnabrück-Survival-Kit“. Unter dem Motto „Augen auf bei der Berufswahl“ zeichnete er in seinem Grußwort die Bedingungen und teilweise durchaus gegensätzlichen Erwartungen an junge Pastor*innen nach: Anspruchsvolle Predigt, aber nicht zu schwierig, Position beziehen, aber nicht zu politisch, moderne Lieder, aber auch nicht zu modern. „Als Pastor, lieber Matthias, musst du eigentlich eine eierlegende Wollmilchsau sein.“ Das Osnabrück-Kit möge ihn dabei unterstützen: Eine Basecap für die Arbeit mit der Jugend, der Hoodie, damit jeder wisse, wo er jetzt zu Hause sei, Fair-Kaffee zum Wachbleiben für nächtliche Mails, Adiletten für den Entspannungsbesuch in der Nette-Sauna, Trinkflasche und Brotdose für Pilgertouren im Kirchenkreis.

(Text und Fotos B. Neuhaus)